Neuseeland elfter Teil - Arbeit? Oh, Mist, egal

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr euch zwischen zwei Wegen entschieden habt und dann, nachdem ihr gerade so weit seid, dass ihr nicht mehr zurück könnt erkennt, dass es noch einen dritten Weg gegeben hätte, der euch noch besser gefallen hätte? So ging es mir eben, als ich eine SMS bekam, die mir sagte, dass ich 2 neue Sprachnachrichten auf meiner Voicemailbox habe. Es waren eigentlich 3 und eine davon kam am Donnerstag Mittag. Es war eine Einladung zum Vorstellungsgespräch als Elektronik Montierer. Der Job, der mich am meisten in Wellington interessiert hätte und den ich so gerne gemacht hätte. Nur wusste ich das bis eben nicht. Jetzt sitze ich auf der Interislander Fähre und bin unterwegs auf die Südinsel. Ich habe mir dort ein Hostel gebucht bis Montag und ab Montag eine Bustour bis Queenstown. Es kommt halt immer anders als man denkt. Jetzt bin ich etwas enttäuscht und kann mich nicht so richtig freuen. Scheiße aber auch.

New Zealand Cook Street

Eigentlich kommt das alles nur daher, dass ich mein USB-Kabel fürs Handy daheim vergessen habe. Denn jetzt muss ich immer mein Handy ausschalten, die Simkarte raus nehmen und in meinem Surfstick stecken. Wenn ich das getan habe, kann ich keine Telefonate und SMS empfangen und somit habe ich diesen Anruf verpasst. Erfolgreich selbst verarscht! Das war so ein super Job. Gut bezahlt, Vollzeit und mit humanen Arbeitszeiten. Außerdem etwas, dass man stolz in den Lebenslauf als Arbeitserfahrung eintragen könnte und mit dem was ich in den letzten drei Jahren gelernt habe auch locker zu bewältigen. Aber was hilft all das nörgeln? Ich habe gerade abgesagt. Es gibt bestimmt noch mehr solcher Jobs im Laufe des Jahres und ich bin ja eigentlich auch gerade erst angekommen. Die Entscheidung, die ich gestern getroffen habe war ja erst mal mehr von der Insel zu sehen und mich danach irgendwo nieder zu lassen.
Ich bin jetzt auf jeden Fall erst mal auf der Fähre nach Picton auf der Südinsel. Dort werde ich sicherlich auch einiges an Spaß haben. Und wenn ich mich dafür von einer Gondel 140 Meter in die Tiefe stürzen muss (Queenstown Bungee), in den Weiten von Abel Tasman alleine in der Natur sitze oder in Barrytown mein eigenes Messer schleife. Oder, oder, oder... Der nächste Monat wird halt einfach nur teuer, nicht so teuer wie im Sommer, aber teuer. Was soll's, das macht man nur einmal im Leben. Das Wetter ist natürlich unglaublich schön, jetzt, wo ich wieder gehe. Irgendwie kommt's mir so vor als würde mich das Wetter verarschen. Es sollte heute nämlich regnen.

New Zealand Wellington Harbour View

Nach all diesen Zweifeln, die ich bezüglich meiner Weiterreise hatte nun wieder ein Lichtblick am nahen Ende des Tunnels der Verzweiflung. Ich bin in einem Hostel, das sich The Vila nennt. Und das nicht ohne Grund. Hier ist es einfach nur schön. Es gibt hier zwar nur wenige Betten und ich kann mir vorstellen, dass man die Einrichtung mit einer Busladung von Leuten zum Überfüllen bringt, aber das macht es ja nicht gerade unangenehm. In der Library gibts auch kostenloses Internet. Was will man mehr. Ich muss jetzt nur noch die Library finden, zumindest morgen oder so. Denn hier zählt der 2degree broadband Traffic den ich mir gekauft habe nicht. Erst wieder, wenn ich G3 Empfang habe. Aber das macht nichts, ich habe noch einige MB an normalem Traffic frei und das reicht für Mails und Facebook allemal.
Ich bin ganz zufrieden, dass ich weg bin aus Wellington, auch wenn dort vielleicht ein cooler Job auf mich gewartet hätte. Ich werde mich jetzt erst mal ausruhen, denn es scheint die Sonne und ich bin ziemlich müde von der Nacht, ich konnte nämlich erst gegen 2am einschlafen, weil die netten Engländer noch da waren und der eine Chinese sein scheiß Leselicht nicht ausgemacht hat. Ich bin zwar bei der Fährüberfahrt leicht eingenickt, aber richtig geschlafen habe ich da auch nicht. Es ist sonnig, das ist schön. Mir ist gerade aufgefallen, dass ich meine Wanderschuhe bei meinem WWOOF Job ein bisschen kaputt gemacht habe. Na Klasse. An der Seite sind in der Sohle und im Leder einige Einschnitte. Das war bestimmt der Spaten von dem man so leicht abgerutscht ist. Toll. Wie auch immer, daran kann ich jetzt nichts ändern.
Ich bin jetzt seit ungefähr 20 Stunden in Picton. Ich habe kostenloses Internet, einige Filmsequenzen gedreht, Fotos gemacht und die Sonne genossen. Man merkt, dass man hier näher am Südpol ist als in Wellington. Das Wetter ist tagsüber zwar schöner, aber Nachts arschkalt. Ich habe mit drei Decken und im Pulli im Bett gelegen.

Neuseeland zehnter Teil - Arbeit, nein danke.

Ich habe mich heute Abend nach knapp zwei Tagen endlich zu einer Entscheidung durchringen können. Ich werde Wellington morgen mit der Fähre verlassen und von Picton am Montag meine Bustour weiter machen. Endscheidungsgründe gibt es genügend. Ich habe noch Geld auf der Bank. Ich habe eine Kreditkarte. Ich hatte eine sehr unruhige Nacht und daran war nicht die Entscheidung schuld, die ich treffen musste. Daran waren die Zimmerkollegen schuld. Ich meine, wie kann man in einen shared room kommen, sich in Kneipenlautstärke unterhalten, das licht anmachen und dann noch laut Musik hören? Und das nach 12? Es gibt Leute die wollen da schlafen...
Zurück zu meiner Entscheidung. Ich werde mir erst noch ein bisschen von Neuseeland anschauen, bevor ich mich an einen Platz binde. Ich finde Wellington sehr schön und man kann jede Menge machen, wenn das Wetter stimmt. Aber das stimmte leider nicht in den letzten Tagen und so habe ich die ganze Zeit nur im Hostel gesessen und mich gelangweilt. Ja, ich habe mich gelangweilt, denn jedes mal, wenn ich raus wollte hat es wieder angefangen zu regnen. Ich hatte in den letzten 4 Tagen nur ca. 5 Sonnenstunden und während 2 dieser Stunden habe ich geputzt... Wie auch immer. Ich fühle mich besser, denn ich weiß jetzt, wie es weiter geht. Ich hoffe natürlich immernoch, dass ich Antwort auf meine Bewerbung als Electronic Assembler bekomme. das klingt nämlich spannend. Aber bis dahin geht meine Busreise weiter. Da treffe ich dann auch endlich wieder auf Menschen, mit denen ich mich unterhalten kann. Denn hier im Hostel sind zwei Highschools und die bleiben unter sich und sonst ist das Publikum nicht sonderlich spannend. Eine Gruppe von deutschen, aber die sind alle komisch. Und eben die netten Engländer aus meinem Zimmer. So weit mein Bericht für heute. Ab Morgen gibts dann wieder mehr zu berichten, und vor allem in nächster Zeit. denn ich werde wieder bis zum 12. September unterwegs sein. Mein nächstes fixes Ziel ist nämlich Queenstown. Achja, ich habe mein Buch fertig gelesen, dass ich mitgenommen habe. Habe aber hier in der 'Bibliothek' im Hostel ein anderes gefunden. Kann man einfach austauschen. Coole Idee. So, jetzt mach ich mir mal Abendessen.. Mal sehen was ich noch habe. Oje, das muss ich morgen ja alles mit mir rumschleppen. Also die großen schweren Sachen heute Abend essen.

Neuseeland neunter Teil - Arbeit!

Ich hatte heute mein erstes Job Interview. Als Housekeeper bei YHA Wellington. Also Betten machen, Fenster putzen, Saugen und so weiter. Könnte auch direkt anfangen, wenn ich wollte und das für mindestens 3 Monate. Aber ich habe noch einige Bewerbungen offen. Ich könnte als Housekeeper 12,75$ die Stunde verdienen. Ich würde 5 Stunden am Tag arbeiten und das 5 Tage die Woche. Das würde nach Abzug der Kosten für Unterkunft ein Spielraum von 20$ am Tag bedeuten. Nicht gerade sehr viel. Davon muss ja schließlich auch noch Essen und Trinken, sowie das Internet bezahlt werden. Auch wenn ich mal weg will, ist das nicht gerade viel. Ich könnte aber auch die Nachtschicht übernehmen, die geht von 11pm bis 7am. Dann hab ich zwar mehr Geld, aber das bringt mir nicht viel, ich kann es ja schlecht ausgeben. Schließlich bin ich ja dann quasi nur nachmittags wach. Hoffentlich bekomme ich bald eine Antwort von den anderen Arbeitgebern, denn da verdiene ich mehr und habe eine 35/40 Stunden Woche. Zu normalen Arbeitszeiten: 8am - 5pm.

Neuseeland achter Teil - Arbeit?

Als ich gestern Abend durch die Straßen gelaufen bin habe ich zwei kleine Essensläden gesehen, die nach einer Küchenhilfe suchen. Die wollte ich heute besuchen und meine CV dort lassen. Allerdings habe ich beim besten Willen die blöde Straße nicht mehr gefunden. So ein Mist. Ich habe aber trotzdem ein CV weggegeben. Morgen werde ich vor Mittag nochmal in ein Café gehen, das heute zu voll war. Ich habe nämlich den Tipp bekommen, immer dann nach einem Job zu fragen, wenn nicht all zu viele Menschen da sind. Denn dann haben die Leute mehr Zeit. Mal sehen, ob es sich gelohnt hat, fürs Ausdrucken der CV so viel Geld auszugeben. Im Internet nach einem Job zu suche ist im Moment zu teuer, denn ich muss hier immer zahlen. Mal sehen, ich habe bis Freitag ein Zimmer, wenn ich bis dahin nichts habe, fahre ich nach Picton und mache meinen Stray Trip weiter nach Christchurch und dann Queenstown. Wenn ich dann immernoch keine Arbeit habe, dann habe ich ein Problem. Ich würde gerne hier in Wellington bleiben, weil ich es hier echt schön finde. Wenn ich irgendwann mal einen Job hier bekommen kann, dann bin ich sofort weg. Hier ist es einfach unglaublich schön. Wenn auch das etwas windige und wechselhafte Wetter das Laufen auf der Straße erschwert. Es gibt genug öffentliche Verkehrsmittel um überall hin zu kommen.

Ich habe gestern Abend noch einen wunderschönen Job gefunden, den ich als Mechatroniker mache könnte. Es handelt sich um das Montieren und Reparieren von elektronischen Geräten. Bin einmal gespannt, ob ich diesen Job bekomme, er ist hier in Wellington und ich würde es sehr begrüßen hier bleiben zu können. Ich bin jetzt auf jeden Fall noch bis Freitag ins Hostel eingebucht. Hoffentlich bekomme ich bis dahin eine Mitteilung von der Firma. Wenn ich bis Freitag noch keine Antwort habe, muss ich überlegen, was ich mache. Hier kostet eine Nacht 26$, das ist zwar ganz in Ordnung, aber ich bin auf der Suche nach was billigerem. Es gibt auch was billigeres, 20$ im Base. Ich weiß nicht, ob ich da hin gehen soll, denn ich finde es hier schöner.

Neuseeland siebter Teil - Anfang und Ende

Ich war heute im Museum Te Papa. Der Eintritt ist kostenlos und das Museum riesen groß. Auf 6 Etagen wird ausgestellt. Im Erdgeschoss wird gezeigt, welche Pflanzen in Neuseeland wachsen und wie das Öko- und das Höhlensystem funktioniert. Auf der zweite Ebene wird gezeigt welche Kräfte unterhalb der zwei Kontinentalplatten von Neuseeland walten. Ebenso werden hier Tiere vorgestellt, die hier im Busch wohnen. Hier ist auch der Riesenkalmar ausgestellt. Ein erstaunlich großer Tintenfisch. Die nächsten Stockwerke zeigen viele Einheimische Exponate, wie Kunst, Töpferei, Mineralien, kulturelle Dinge der Maori und so weiter. Alles in Allem habe ich den ganzen Tag im Museum verbracht und bin begeistert, dass es so etwas umfangreiches ohne Eintritt gibt. Denn es ist alles Andere als ein langweiliges Museum, es ist interaktiv und man kann oftmals auch etwas in die Hand nehmen und berühren.

Endlich richtigen Kaffee

Jetzt bin ich schon einige Tage hier und finde mich so langsam immer besser zurecht. Ich habe zwar immer noch das Problem, dass ich mich für nichts entscheiden kann, aber es wird. Ich darf mich einfach nicht von den großen Preisen ablenken lassen, denn schließlich ist der Dollar ja nicht so viel wert, wie der Euro. Also ist es ein guter Deal ein Abendessen für 10$ zu bekommen. Es klingt halt nur viel. Wo wir schon mal beim Geld sind, ich habe fast alles Geld ausgegeben, dass ich von Deutschland mitgenommen habe. Das heißt, ich muss mal schauen, dass ich einen größeren Betrag auf ein Kiwibank Konto bekomme. Denn immer mit Visa zahlen ist auch nicht gut, denn das Kostet immer eine kleine Gebühr. Wie ich das mache weiß ich noch nicht, im Moment zahl ich nur die großen Beträge mit Visa und die kleinen Bar.

New Zealland - Kunst

Ich habe heute auch meine CV aktualisiert. Jetzt beinhaltet die auch so ein bisschen Küchen spezifische Dinge. Morgen werde ich mich mal bei einigen Cafés bewerben, ich habe heute Abend schon einige gesehen, die Aushilfen suchen. Dazu muss ich mich aber mal rasieren, glaub ich, denn das habe ich seid meinem Aufenthalt in Auckland nicht mehr gemacht.

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